Der Japanische Garten bei den Stadt(ver)führungen

Bei den diesjährigen Stadtverführungen öffnete Michael Kreis die Türen zum Japanischen Garten Nürnberg. Nahezu 500 Besucher haben in 9 Führungen die Gelegenheit wahrgenommen die japanische Gartenkunst mit Ihrer Mythologie und Philosophie zu entdecken.

50 bis 90 Interessierte pro Gruppe wurden nach einer kurzen Einführung zur Entstehungsgeschichte des Japanischen Gartens auf die ca. 150 m2 große Holzterrasse geführt und lauschten hier, mit Blick auf die Insel der Unsterblichen, den Erklärungen von Michael Kreis, dem Initiator und Planer des Gartenprojekts, zur Entstehungsgeschichte der japanischen Trockenlandschaftsgärten (Kare-sansui), ihren Prägungen aus dem ZEN-Buddhismus und dem Horai-Mythos.

 

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Sensibilisiert auf die Symbolik der Steine, Wege und Proportionen konnten die Besucher danach den Garten durchlaufen und so in Ruhe den Steinfluss betrachten der ins große Steinmeer mündet, Wasser aus dem Tsukubai schöpfen oder sich einfach nur mit einer Schale Matcha Tee auf die Terrasse setzen und das Schatzschiff auf seinem Weg zur Insel der Unsterblichen beobachten. Man könnte jetzt denken, dass so viele Menschen auf ein paar Quadratmeter verteilt unruhig und laut werden, aber das Gegenteil ist der Fall. Der Japanische Garten strahlt Ruhe aus, macht nachdenklich und läßt einen trotz der anderen Menschen einen Moment die Welt um sich herum vergessen.

Angeregt durch diese Eindrücke, aber auch mit einem kleinen Wehrmutstropfen, verließen die Besucher dann den Garten, denn nach 16 Jahren und unzähligen ehrenamtlichen Stunden Arbeit von Michael Kreis und Mitgliedern der Karateabteilung des ehemaligen SV 1873 Süd, muss der Garten demnächst einem Schulneubau weichen. Und womöglich schon 2017 wird an dieser Stelle nicht mehr das Meditationsmeer zur Kontemplation dienen, sondern Bagger und Schuttcontainer das Gelände der Maiacherstraße 4-10 beherrschen. Trotzdem sehen wir der Zukunft für den Japanischen Garten gelassen entgegen, denn „der Weg ist das Ziel“.